Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!

Veröffentlicht am 24.11.2011 in Familie

Bettina Bayerl

Bettina Bayerl, Bezirksvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Oberfranken, sagt zum internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen am 25.11.2011: „Gewalt gegen Frauen geht uns alle etwas an!"

Etwa jede vierte Frau hat in ihrem Erwachsenenleben, unabhängig von Bildungsstand und Gesellschaftsschicht, mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Übergriffe durch einen Beziehungspartner erlebt. Häusliche Gewalt wird von der WHO als eines der weltweit größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder gesehen. Die gesundheitlichen Folgen von Gewalt sind für Frauen und Mädchen weitreichend. Die Folgen reichen von gesundheitsgefährdenden „Überlebens“-Strategien, wie Alkoholmissbrauch, Medikamentenabhängigkeit bis hin zu Suiziden.

Ein wichtiges Hilfsangebot sind hier die Frauenhäuser und Frauennotrufe - in unserem Bezirk Oberfranken gibt es diese in Bamberg, Bayreuth, Coburg, Hof und Selb. 1/3 der Kosten werden von den Gebietskörperschaften getragen, jedoch fallen 2/3 der Kosten wie z.B. die Ausstattung der Zimmer und Energiekosten voll zu Lasten der Träger. Die Frauenhäuser sind daher dringend auf Spenden angewiesen oder, sofern es vor Ort einen Verein gibt, auf Mitgliedsbeiträge. "Ich bin seit vielen Jahren Mitglied bei „Frauen in Not e.V. in Selb und würde mich freuen, wenn viele Frauen zur Unterstützung des Frauenhauses in diesem Verein Mitglied werden würden", so die AsF-Bezirksvorsitzende.

Neben den individuellen und sozialen Folgen für die Frauen verursacht Gewalt auch erhebliche gesamtgesellschaftliche Kosten, in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Diese Folgekosten betreffen u. a. den sozialen Bereich (z.B. Kinder- und Jugendhilfe, Unterstützungseinrichtungen für Gewaltbetroffene), die Justiz (z.B. Strafverfolgung), den gesamten Bereich der Erwerbsarbeit (z.B. Arbeitsunfähigkeit, Frühverrentung), sowie schwerpunktmäßig den Gesundheitsbereich.

Bis jetzt erachtet es die Bayerische Staatsregierung jedoch nicht als notwendig, genau Zahlen zu ermitteln.

Wir sind es den Frauen schuldig, noch entschiedener gegen Gewalt vorzugehen. Ein wichtiger Schritt war das Gewaltschutzgesetz der Rot-Grünen-Bundesregierung, das am 1.1.2012 seit 10 Jahren in Kraft sein wird.

Um die umfassende Anwendung der bestehenden Gesetze und Hilfsmaßnahmen gewährleisten zu können, sind Schulungen für die Beamten der Bayerischen Polizei und Justiz im Bereich häuslicher Gewalt zwingend erforderlich. Die Bayerische Staatsregierung muss ihre Beamten bei ihrer Arbeit stärker unterstützen! "Die schönste Broschüre hilft nichts, wenn die Beamten in der Praxis aus Unkenntnis nicht weiterhelfen können", so das Fazit von Bettina Bayerl.

 

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