MdB Andreas Schwarz: “Migrationsbeirat auf Landkreisebene“ könnte Flüchtlingshilfe effizienter machen

Veröffentlicht am 21.04.2016 in Wahlkreis

Bamberg. Die vielen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe, die der Bamberg-Forchheimer Bundestagsabgeordnete  Andreas Schwarz (SPD) zur Diskussion in den Bamberger Luli-Saal eingeladen hatte, wünschen sich mehr Unterstützung von den Kommunen und der Politik: „Ein Migrationsbeirat auf Landkreisebene könnte sicherlich die jeweiligen kommunalen Hilfeleistungen besser vernetzen“, sagte Schwarz und nahm die Anregung aus dem Publikum gerne auf. Der Migrantenbeirat der Stadt Bamberg könnte Modell für ein Projekt im Landkreis sein, fand auch Mohamed Hédi Addala, der Vorsitzende des Migranten- und Integrationsbeirates der Stadt Bamberg.

Über 90 Gäste erlebten im Bamberger Lulisaal einen engagierten Vortrag der Bamberger Migrationsforscherin Doris Lüken-Klaßen zum Thema „Wie kann Integration gelingen?“ Der in Syrien ausgebildete Koch Mohamad Abazli, der als Flüchtling nach Bamberg kam, und sein Kollege Ayhan Centin von der Gaststätte Bruckertshof hatten passend zum Ambiente und zum Thema ein syrisches Buffet für die ehrenamtlichen Helfer zubereitet – ein Dankeschön für das geleistete Engagement und gleichzeitig ein Beispiel für gelungene Integration.

Anette Kramme, parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, mahnte in ihrem Statement mehr Hilfen für Flüchtlinge in Flüchtlingslagern im Ausland an. „Wir müssen dort Perspektiven für die Flüchtlinge schaffen“, so Kramme. Aber auch in Deutschland würde es noch viel zu lange dauern, bis Flüchtlinge überhaupt Asylanträge stellen könnten, kritisierte sie. In Zukunft gehe es vor allem darum, die Gesellschaft zusammen zu halten und gemeinsam Hetze gegen Flüchtlinge zu bekämpfen. „Ich bin stolz auf sie und auf das was sie leisten“, bedankte sie sich bei den vielen anwesenden Helfern.

Die Wissenschaftlerin Doris Lüken-Klaßen machte deutlich, dass Deutschland in Sachen Integration sehr viel Erfahrung besitzt. „Wir brauchen keine neuen Konzepte. Wir können Integration“, sagte sie. Die Erfahrung mit Russlanddeutschen aus den 80er und Gastarbeitern aus den 50er Jahren sowie die Erkenntnis, dass Deutschland ein Einwanderungsland mit einem Zuwanderungsgesetz ist, machten Deutschland zu einem Vorreiter in Sachen Integration in Europa.

Bei der anschließenden Diskussion wurde immer wieder der Wunsch nach besserer Vernetzung und Koordinierung in der Flüchtlingshilfe laut. „Es gibt bei uns zu wenig kommunale Unterstützung, von den Gemeinderäten verirrt sich keiner in die Unterkünfte und auch der Bürgermeister war noch nicht da“, berichtete eine Teilnehmerin. Schwarz sagte spontan einen persönlichen Besuch zu und möchte sich bei den Bürgermeistern entsprechend einsetzen. „Oft hat man das Gefühl, die Verwaltung steht mehr im Weg“, sagte ein Teilnehmer.
Schwarz forderte eine weitere Professionalisierung der Hilfsangebote für Flüchtlinge. „Man darf diese Arbeit nicht nur auf Ehrenamtliche abwälzen“, so Schwarz. „Eines muss klar sein: Wir werden viel Geld in die Hand nehmen müssen und uns wird die Integration von Flüchtlingen noch auf Jahrzehnte beschäftigen. Aber dass wir in Deutschland Integration können, haben wir heute gehört und sieht man jeden Tag an der Arbeit, die die vielen Ehrenamtlichen leisten.“

 

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